{"id":163,"date":"2019-05-10T05:31:59","date_gmt":"2019-05-10T05:31:59","guid":{"rendered":"https:\/\/corneliusrennt.de\/?p=163"},"modified":"2019-06-25T11:29:35","modified_gmt":"2019-06-25T11:29:35","slug":"beim-ersten-mal-da-tuts-noch-weh-beim-zweiten-mal-auch-whew-100","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/corneliusrennt.de\/?p=163","title":{"rendered":"Beim ersten Mal da tuts noch weh&#8230;beim zweiten Mal auch&#8230; &#8211; WHEW 100"},"content":{"rendered":"\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<p>Mental ist der bevorstehende WEHW 100 \u2013 Kilometerlauf Nebensache. Mental bin ich l\u00e4ngst beim Mauerweglauf  Mitte August in Berlin, der mit 161 Kilometern der l\u00e4ngste Lauf meines bisherigen Lebens sein wird und das, obwohl ich erst seit 11 Monaten Ultra laufe. Das ist gef\u00e4hrlich, 100 Kilometer l\u00e4uft man nicht nebenbei, ich zumindest nicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Geplant war bei Sonnenschein optimal vorbereitet an den Start zu gehen, konstant und entspannt bis zum Ziel zu laufen und dabei m\u00f6glichst viel vom Lauf zu genie\u00dfen, da dieser Lauf durch wundersch\u00f6ne Landschaften geht. Aber nat\u00fcrlich kam alles anders. Schon im Herbsturlaub in der t\u00fcrkischen Sonne bekam ich in der rechten Ferse eine Schleimbeutelentz\u00fcndung. Am Strand bin ich mit Barfu\u00dfschuhen gegangen! Das brachte mir eine Laufpause von 4 \u2013 6 Woche ein. Im Februar tat wieder genau die gleiche Stelle weh, es f\u00fchlte sich genau wieder wie eine Schleimbeutelentz\u00fcndung an. Jedoch war es etwas anderes, eine Art Wulst in der Haut, dennoch 2 Wochen Laufpause. So fehlten mir zum WHEW etwa 4 \u2013 6 Wochen, vor allem fehlten mir Lange L\u00e4ufe. Dazu war in den ersten Monaten des Jahres die Praxis (Arbeit) so stressig, dass ich vor lauter Stress und Ersch\u00f6pfung manche Laufeinheiten nicht so durchziehen konnte, wie ich es wollte. Auf der anderen Seite lief der letzte Lange Lauf 14 Tage vor dem WHEW super, 60 Kilometer mit fast 700 H\u00f6henmetern lief ich mit einer Geschwindigkeit von fast 6 Minuten pro Kilometer mit bis zum Schluss niedrigem Puls bei 27 Grad und h\u00e4tte auch noch weiter laufen k\u00f6nnen. So gehe ich mit gro\u00dfen Fragezeichen bez\u00fcglich meiner Form an den Start.&nbsp; Meine Ziele sind:<\/p>\n\n\n\n<ul><li> unter 10 Stunden bleiben,&nbsp;<\/li><li>m\u00f6glichst konstant zu laufen&nbsp;und das letzte Ziel erf\u00fcllt sich von selber: <\/li><li>weitere Erfahrungen im Umgang mit Laufen bei starker Ersch\u00f6pfung sammeln.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0012.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-166\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0012.jpg 800w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0012-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0012-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Regen hat aufgeh\u00f6rt, die Luft ist dennoch sehr nass und feucht und es ist kalt, 3 Grad wie ich sp\u00e4ter h\u00f6re. Simone hat morgens um 5 Uhr im Hotel mit mir gefr\u00fchst\u00fcckt und sich dann aber wieder hingelegt. Sie wird sich einen sch\u00f6nen Tag in Wuppertal machen und mich dann im Ziel erwarten. Neben dem Start \u2013 Zielaufbau sind 2 Zelte. Im einen gibt es Kaffee und Br\u00f6tchen, im anderen eine W\u00e4rmelampe. Ich schnappe mir einen Kaffee, gehe mit ihm zur W\u00e4rmelampe, setze mich hin und treffe Ultraurgestein Udo. Wir haben noch mehr als 30 Minuten bis zum Start und unterhalten uns \u00fcber vergangene und zuk\u00fcnftige Wettk\u00e4mpfe sowie unsere l\u00e4uferischen Tr\u00e4ume. Bisher haben wir wenig direkt miteinander gesprochen, dennoch f\u00fchlt sich der Kontakt sehr vertraut an: ich kenne etliche seiner Laufberichte, er schreibt \u00fcber wirklich jeden Wettkampf, an dem er teilnimmt einen Bericht und ver\u00f6ffentlicht ihn auf seiner Homepage. Danach geht es geschwind zur Toilette im wundersch\u00f6nen Alternativcafe Utopiastadt und dann zur Startaufstellung. Selbstbewusst reihe ich mich recht weit vorne im Starterfeld ein. Guido, der Organisator des WHEW \u2013 Laufes brieft uns, ermahnt uns der Einhaltung der Verkehrsregeln, da die Strecke nicht abgesperrt ist und es auch \u00fcber Stra\u00dfen und Ampeln geht. Dann spricht noch der Oberb\u00fcrgermeister von Wuppertal. Ohne Musik und gro\u00dfes Tamtam wird von 10 r\u00fcckw\u00e4rts gez\u00e4hlt, dann geht es ohne Pistolenschuss los.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"600\" height=\"800\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0014.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-167\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0014.jpg 600w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0014-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Da die Strecke nicht ganz 100 km betr\u00e4gt geht es erst 400 m in die falsche Richtung zu einem Wendepunkt und wieder zur\u00fcck zum Start und dann weiter auf einem ehemaligen Bahndamm entlang. Auf der rechten Seite kommen einige H\u00e4user, so auch ein geplanter Kinderparcours. Auf dem gro\u00dfen \u201eHier entsteht\u2026\u201c \u2013 Schild sieht er beeindruckend aus. Auf der linken Seite sind B\u00e4ume, rechts werden die H\u00e4user weniger und kommen auch immer mehr B\u00e4ume. Mir ist bitterkalt und ich frage mich, ob es ein Fehler war, keine M\u00fctze zu tragen. Ansonsten habe ich eine lange Kompressionshose, mein Vereinsshirt mit Armlingen und eine Regenjacke dr\u00fcber. Eigentlich wollte ich diese am Start zur\u00fccklassen, kurzfristig habe ich mich aber umentschieden, da es vermutlich \u00fcber den Tag verteilt noch mehr regnen wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Feld ist noch recht eng zusammen, so sind die Soundbikes auch alle gut zu h\u00f6ren. Das sind Fahrr\u00e4der mit eingebauter Musikanlage, die die L\u00e4ufer begleiten und mit Rockmusik \u201ebegl\u00fccken\u201c. Momentan laufen alte Rockschinken wie Led Zeppelin, ist OK, h\u00f6re ich gerne. In einem der zahlreichen Tunnel dr\u00f6hnt es etwas, aber auch das ist auszuhalten. Bei meinem letzten 100 Km &#8211; Lauf in Winschoten verschob sich im Laufe der Zeit meine Wahrnehmung immer mehr, so dass sich f\u00fcr mich die gleiche Musik allm\u00e4hlich in unertr\u00e4glichen L\u00e4rm verwandelte. Da ich jetzt wei\u00df, dass es an mir und nicht an der Musik liegt, werde ich damit diesmal besser umgehen k\u00f6nnen, hoffe ich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0022.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-188\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0022.jpg 800w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0022-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0022-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Soundbike<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Diesmal habe ich mich darauf programmiert h\u00f6chstens 5:30 Minuten \/ Kilometer zu laufen, diesmal klappt es auch. Apropos: Wegen des tempom\u00e4\u00dfigen Harakiris bei meinen beiden letzten Ultral\u00e4ufen habe ich mit meinem Sohn eine Wette laufen: Wenn ich beim Mauerweglauf auf den ersten 120 Kilometern (Ausnahme absch\u00fcssiges Gel\u00e4nde) mehr wie 2 Kilometer schneller als 6 Minuten pro Kilometer laufe, verpflichte ich mich, den n\u00e4chsten Kandelmarathon mit Eselsm\u00fctze zu bestreiten, die er mir aber auftreiben oder herstellen muss. Da meine Frau aber Kunst unterrichtet, d\u00fcrfte das kein Problem sein. Wenn die Sprache auf diese Wette kommt, grinst mich mein Sohn breit an\u2026<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0017.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-180\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0017.jpg 800w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0017-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0017-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach einigen Kilometern geht es ein paar Meter steil bergauf zu einer Stra\u00dfe und f\u00fcr einige Zeit durch Stra\u00dfen und H\u00e4user. Die Wegmarkierung ist eigentlich perfekt: Wo n\u00f6tig sind gr\u00fcne Pfeile auf die Stra\u00dfe gemalt, aber auch wirklich nur wo n\u00f6tig. So muss man sehr aufpassen. Da das Feld aber noch so eng beisammen ist, ist das kein Problem, ich folge einfach der Menge. Wieder geht es zur\u00fcck und weiter auf dem alten Bahndamm. Der Weg geht leicht wellig zwischen B\u00e4umen hindurch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schon nach 7 Kilometern kommt die erste Getr\u00e4nkestation, ich trinke Wasser und laufe weiter. Kurz darauf gehe ich zu einem Geb\u00fcsch. Kaffee am Start und Wasser jetzt waren etwas zu viel. Aber besser zu viel als zu wenig trinken. Mehr als eine Minute kostet mich das, danach weiter. Wieder geht es zwischen B\u00e4umen hindurch. Neben der Musik der Soundbikes kann man V\u00f6gel zwitschern h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Kilometer 18 ist die n\u00e4chste Getr\u00e4nkestation, wieder etwas Wasser und weiter. Eine Mutter mit ihrer etwa 15 j\u00e4hrigen Tochter steht am Streckenrand und feuert die L\u00e4ufer an.<\/p>\n\n\n\n<p>Allm\u00e4hlich f\u00fchle ich mich im Wettkampf angekommen, mein Tempo liegt bei etwa 5.30 Minuten pro Kilometer. Ab und an bin ich pl\u00f6tzlich au\u00dfer Puste und merke, dass es bergauf geht und bremse dann ab. Meine Anfangswettkampfnervosit\u00e4t hat sich gelegt und mein K\u00f6rper und meine Beine f\u00fchlen sich gut an, es groovt. Laut Streckenplan wei\u00df ich, dass bei Kilometer 73 eine gro\u00dfe Rampe kommt, wo es f\u00fcr viele Kilometer bergauf geht. \u201eJetzt den Marathon beenden, dann bis zur Rampe, die noch \u00fcberstehen und die letzten 13 Kilometer erk\u00e4mpfen\u201c denke ich mir.  <\/p>\n\n\n\n<p>Ab Kilometer 26 habe ich mir zu den Getr\u00e4nkestationen meine Eigenverpflegung bringen lassen. Jeweils etwa einen Viertel Liter eines Kohlenhydratgemischs, dass sogar ich vertrage. Ich stecke die Flasche in meinen G\u00fcrtel und trinke w\u00e4hrend des Laufens schluckweise, bis ich die Flasche am jeweiligen n\u00e4chsten Stand austausche. Pro Stunde 1 und sp\u00e4ter 2 Salzkapseln und weiter. Wieder steht die gleiche Frau mit ihrer Tochter am Streckenrand und feuert die L\u00e4ufer an.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"600\" height=\"800\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0015.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-181\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0015.jpg 600w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0015-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Immer wieder geht es durch ein Dorf, muss man \u00fcber Stra\u00dfen um H\u00e4user herum und auch ab und an \u00fcber Fu\u00dfg\u00e4ngerampeln, bis man wieder am Bahndamm zwischen B\u00e4umen hindurch geht und die V\u00f6gel zwitschern h\u00f6rt. Nach dem \u00dcberqueren einer Stra\u00dfe kommen auf der einen Seite des Weges ein Baumarkt und ein paar andere Firmen, kurz geht es wieder durch einen Ort \u00fcber Stra\u00dfen und Ampeln und dann wieder den Weg zwischen sich abwechselnden B\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich spreche mit einem Biker, der seine laufende Freundin begleitet. \u201eMit deinem Hintern m\u00f6chte ich nach 100 Kilometern nicht tauschen\u201c sage ich. \u201eIch mit deinen Beinen auch nicht\u201c, antwortet er. Recht hat er. Ich gebe ihm meine Kamera und bitte ihn mich zu fotografieren, was er auch tut.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0020.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-169\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0020.jpg 800w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0020-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0020-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach wie vor f\u00fchle ich mich erstaunlich gut, genie\u00dfe die Landschaft und friere nicht mehr. Pl\u00f6tzlich beginnt es zu hageln, recht gro\u00dfe K\u00f6rner. \u201ePech\u201c denke ich mir und laufe weiter. Es h\u00f6rt wieder auf, kurz kommt die Sonne, bevor wieder dunkle Wolken kommen. \u201eDer April macht was er will wie der Mai\u201c denke ich mir.<\/p>\n\n\n\n<p>In Winschoten hatte ich ab Kilometer 35 mit starken Schmerzen zum k\u00e4mpfen, das ist diesmal nicht der Fall. Ich f\u00fchle mich nicht so leichtf\u00fc\u00dfig, es ist nur eine auch gewisse Schwere in mir, ich muss mich ein kleines bi\u00dfchen mehr psychisch antreiben. Und so ab Kilometer 40 werden die Beine etwas schwerer. Damit kann ich umgehen. Gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig kann ich mir nicht vorstellen, so noch weitere 60 Kilometer weiterlaufen zu k\u00f6nnen, muss ich aber auch nicht. Noch kann ich laufen, also laufe ich. Die n\u00e4chsten 10 Kilometer. Dann sehen wir weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kommt erst der Baldeneysee und dann die Ruhr. Es fahren einige Ruderboote, trainierende Leistungssportler und dann auch Fl\u00f6\u00dfe, teilweise mit Unmengen Alkohol und \u00fcberm\u00e4\u00dfig betrunkenen jungen M\u00e4nnern die vulg\u00e4re Lieder lautstark gr\u00f6hlen. Ich genie\u00dfe die Landschaft und laufe weiter. Die n\u00e4chsten etwa 30 Kilometer werde ich am Wasser laufen. Eine alte, stillgelegte Industrieanlage mit gro\u00dfem Schornstein -bewohnt- erscheint am Ufer, ein sch\u00f6ner Anblick. Ich laufe weiter.  Meine Oberschenkel schmerzen allm\u00e4hlich mehr. Erfreulicherweise sp\u00fcre ich diesmal aber nicht die Muskeln ums linke Knie herum. Bei meinen beiden bisherigen Ultral\u00e4ufen haben diese stark geschmerzt, verursacht durch eine Dysfunktion, meine rechte H\u00fcfte rotierte nicht ausreichend. Meine unbewusste Ausgleichsbewegung verursachte die genannten Schmerzen. Ich habe also meine von meinem Untermieter (Osteopath) gezeigten \u00dcbungen gut durchgef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0028.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-182\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0028.jpg 800w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0028-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0028-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Ruhr ist hier sehr breit. Es gibt viele Boote, einen Campingplatz sowie etliche Restaurants mit Terrassen. Bei der Getr\u00e4nkestation nehme ich Wasser und 2 Becher mit Elektrolytgetr\u00e4nken.  Ich habe ern\u00e4hrungsm\u00e4\u00dfig ein Experiment begangen was schief geht: Bei Kilometer 30, 60 und 90 habe ich meine Kohlenhydratflaschen zus\u00e4tzlich mit Arginin, Citrullin, etwas Ingwerwasser und wenig Chilli versetzt. Dadurch hat sich das Kohlenhydratpulver nicht richtig aufgel\u00f6st, ist also so nicht trinkbar. kein Problem, an den anderen Stationen habe ich jeweils genug deponiert. Ich halte an den St\u00e4nden schon einige Meter vorher an und gehe einige Schritte. Die zunehmende Erm\u00fcdung macht sich bemerkbar, die Beine werden schwerer, psychisch st\u00f6rt mich das nicht. Wegen dieser Bedingungen und der unperfekten Vorbereitung meinerseits hatte ich mich eh auf einen Kampf eingestellt und k\u00e4mpfen muss ich k\u00f6nnen, wenn ich den Mauerweglauf finnishen will. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein \u00e4lteres Ehepaar sieht mich vorbei laufen. &#8222;Wieviele Kilometer haben Sie noch?&#8220; &#8222;56&#8220; antworte ich. &#8222;Ach ja, ich habe es gestern im Fernsehen gesehen, das ist ja ein Hundert Kilometerlauf, viel Erfolg&#8220;, &#8222;Danke&#8220; antworte ich und laufe weiter. Zum ersten Mal seit ich an Ultral\u00e4ufen teilnehme genie\u00dfe ich den Wettkampf nicht die ganze Zeit, wird die M\u00f6glichkeit, nach dem Mauerweglauf keine solchen Distanzen mehr zu absolvieren verlockender. Egal, kann ich ja dann entscheiden. Es muss auch solche Tage geben, an denen Alles nicht ganz so leicht l\u00e4uft. Ich bekomme Durst und Lust auf S\u00fc\u00dfes, greife zu meinem G\u00fcrtel zur Flasche, leer. Mist, habe beim letzten Stand vergessen die Flasche auszutauschen. Jetzt muss ich ein paar Kilometer so durchhalten, wird schon gehen. Auf der anderen Seite habe ich starken Durst. F\u00fcr diesen Zweck habe ich in meinem G\u00fcrtel einige Notfallgels deponiert, komme aber nicht auf die Idee diese zu verwenden. Ich denke nicht daran. R\u00fcckblickend betrachtet bin ich an diesem Streckenabschnitt mehr am Limit, als ich es zu diesem Zeitpunkt selber bemerke.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"600\" height=\"800\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0030.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-183\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0030.jpg 600w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0030-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Bei Kilometer 50 wird wieder die Zeit genommen, die freundlichen Helfer am Getr\u00e4nkestand kommen meinem Durst kaum nach mit Nachf\u00fcllen. Dann &#8222;Danke&#8220; sagen und weiter. Von der Zeit her bin ich nach wie vor flott unterwegs, habe meinen Kilometerschnitt von 5:30 in etwa halten k\u00f6nnen. &#8222;Jetzt hast du ein gutes Polster f\u00fcr die Rampe&#8220;, denke ich mir. &#8222;Aber ich bin jetzt schon so tot, wie soll ich die noch laufen k\u00f6nnen?&#8220;. Muss ich nicht jetzt entscheiden, jetzt kann ich laufen, also laufe ich, verlangsame meine Geschwindigkeit aber etwas, bin aber immer noch schneller als 6 Minuten pro Kilometer. Die Sonne kommt heraus, ich schwitze stark, also anhalten, Regenjacke ausziehen und mir umbinden. Weiterlaufen. Jetzt verschwindet die Sonne, kommen Wolken und Wind. Mir wird kalt, trotz Laufen friere ich. Also wieder anhalten, Jacke aufknoten und wieder anziehen und weiterlaufen. Dann dr\u00fcckt meine Blase. Anhalten, Notdurft verrichten, weiterlaufen. Auf der rechten Seite kommt ein Schild f\u00fcr einen Biergarten mit dem Namen &#8222;Biergarten des Deutschen Volkes&#8220;.  Irritiert laufe ich weiter, zum \u00c4rgern bin ich zu ersch\u00f6pft. Wieder geht es f\u00fcr einige Meter steil herauf zu einer Stra\u00dfe, diese gehe ich, oben laufe ich weiter. An einem Bootssteg kommt ein Getr\u00e4nkestand. Wieder steht am Rand die gleiche Mutter mit Tochter und jubelt mir zu. Ich nicke Ihnen zu, hebe aber nicht einmal meine Hand zum Gru\u00df, zu anstrengend.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein L\u00e4ufer schlie\u00dft von hinten auf. &#8222;K\u00f6nntest du bitte meine Jacke hinten aus meine Tasche herausholen?&#8220; &#8222;Klar&#8220;, ich hole sie und gebe sie ihm. &#8222;Was willst du laufen?&#8220; fragt er. &#8222;Unter 10 Stunden&#8220; antworte ich. &#8222;Du bist aber auf 9:30 &#8211; Kurs&#8220;, &#8222;ja, aber die Rampe kommt noch&#8220; sage ich. Er erz\u00e4hlt mir, dass er bei dieser das letzte Mal einen Totaleinbruch hatte. Ich bin ihm zu schnell, wir w\u00fcnschen uns viel Gl\u00fcck und jeder l\u00e4uft f\u00fcr sich weiter. Auf der anderen Seite der Ruhr sind jetzt unz\u00e4hlige Campingwagen und Boote. Im Sommer muss hier die H\u00f6lle los sein, denke ich mir. Gehen wird zu einer immer attraktiveren Alternative, kommt aber vorerst nicht in Betracht. Wieder geht es einige Meter steil zu einer Stra\u00dfe herauf \u00fcber eine Kreuzung und dahinter wieder herunter in eine wundersch\u00f6ne Wasser &#8211; Baum Landschaft. Die Oberschenkel brennen, Pech, weiter. &#8222;Jetzt l\u00e4ufst du so weiter bis zur Rampe und siehst dann&#8220;, denke ich mir. Wieder geht es auf eine Stra\u00dfe \u00fcber eine riesige Kreuzung. Die Ampel hat gerade auf rot umgeschaltet und die Stra\u00dfe ist zu befahren, warten bis gr\u00fcn, Pause genie\u00dfen und weiter. Auf der anderen Seite geht es an der Stra\u00dfe entlang. Ich schlie\u00dfe auf einen Staffell\u00e4ufer auf und \u00fcberhole ihn. &#8222;Hoffentlich kommt bald der verdammt Sportplatz&#8220; sagt er. &#8222;Was f\u00fcr einen Sportplatz?&#8220; frage ich mich. Einige Minuten sp\u00e4ter biegt der Weg weg von der Stra\u00dfe auf einen Sportplatz, ein St\u00fcck auf der Aschenbahn zur Zeitmessung (Kilometer 73) mit Getr\u00e4nkestand. Ich trinke, tausche meine Flasche aus und laufe weiter. Wir hatten \u00fcberlegt, ob mein Sohn mich die letzten 27 Kilometer mit dem Fahrrad begleitet. &#8222;Papa, nimm es mir nicht \u00fcbel, du bist mir einfach zu langsam, das ist mit dem Fahrrad zu anstrengend f\u00fcr mich. Deshalb begleite ich dich nur die letzten 27 Kilometer&#8220;. Kann ich absolut verstehen. Da zum gleichen Zeitpunkt die Rad &#8211; Pfalzmeisterschaften stattfinden, begleitet er mich nun doch nicht. Ich muss aber daran denken. Auf der einen Seite bin ich froh, dass er jetzt nicht da ist. Jetzt am absoluten Limit bin ich lieber alleine, habe da lieber niemanden bei mir. Es gibt nur ganz wenige Menschen, die ich in solchen Momenten um mich haben kann. Er w\u00e4re einer der wenigen gewesen. Ich will es ihm sagen und wenn er will und es organisatorisch m\u00f6glich ist, darf er mich mal  bei einem Ultralauf begleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Strecke f\u00fchrt vom Sportplatz weg zur gro\u00dfen Stra\u00dfe und dann rechts in eine kleinere Stra\u00dfe die super steil bergauf geht. Kann ich beim besten Willen nicht laufen. Also gehe ich. &#8222;Los lauf, Idiot&#8220; denke ich mir. Geht nicht, zu steil. &#8222;Du kannst doch nicht jetzt 14 Kilometer gehen, dann vermasselst du dir deine Zeit&#8220;. Nein, laufen geht aber nicht. Nach einigen Hundert Metern werden wir wieder auf den Weg gef\u00fchrt. Dieser hat eine geringere Steigung. &#8222;Jetzt l\u00e4ufst du so langsam, dass du bis zum Ende der Steigung laufen kannst, dann verlierst du nur wenige Sekunden pro Kilometer&#8220;. Eigentlich logisch, bei einer Steigung langsamer zu laufen. Zu solchen Gedankenn bin ich aber kaum noch f\u00e4hig. So freue ich mich \u00fcber diesen &#8222;genialen Geistesblitz&#8220; und laufe ein paar Sekunden langsamer als 6 Minuten pro Kilometer. Kilometerweise laufe ich, einige Meter gehe ich. Im Vergleich zu Winschoten gehe ich aber viel seltener und viel k\u00fcrzere Strecken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"600\" height=\"800\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-184\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0024.jpg 600w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0024-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Bei Kilometer 76 kommt eine Getr\u00e4nkestation. Ich hole meine deponierte Flasche. &#8222;Du siehst aber noch gut aus. Hast du Schwindel?&#8220; Ich unterbreche mein Trinken und sch\u00fcttele den Kopf, trinke dann weiter. &#8222;Hast du Kr\u00e4mpfe, wir haben Magnesium?&#8220;. Ich setze ab, sch\u00fcttele den Kopf und trinke dann weiter &#8222;du hast Kr\u00e4mpfe, wieso verneinst du, deine Oberschenkel brennen heftig?&#8220; frage ich mich. Ich wei\u00df die Antwort nicht. &#8222;Soll ich dir mehr Wasser in deine Flasche f\u00fcllen?&#8220; Dann w\u00fcrde sich die Kohlenhydratmischung ung\u00fcnstig ver\u00e4ndern. Bei einem bestimmten Mischungsverh\u00e4ltnis verkapseln sich diese und passieren den Magen und kommen direkt in den Darm. Das sind so ziemlich die einzigen Kohlenhydrate die ich in gr\u00f6\u00dferen Mengen bei gr\u00f6\u00dferen Distanzen vertrage. &#8222;Nein Danke&#8220; antworte ich und trinke weiter. &#8222;Willst du Kartoffeln mit Salz&#8220;. Es ist wirklich schwer hier ungest\u00f6rt zu trinken denke ich mir , setze ab und antworte &#8222;Nein Danke, dann m\u00fcsste ich kotzen&#8220;. Jetzt kommt die n\u00e4chste Standhelferin: &#8222;Soll ich deine Flasche vollmachen&#8220;. &#8222;Das habe ich ihn auch schon gefragt&#8220; sagt die erste Mitarbeiterin, &#8222;will er nicht&#8220;. &#8222;Jetzt hast du nur noch ein kleines St\u00fcck bergauf bis zum langen Tunnel und dann kannst du die letzten 13 Kilometer bergabrollen, geht dann ganz leicht&#8220; sagen sie mir. &#8222;Verdammt nochmal ich bin tot, ich wei\u00df nicht wie ich die letzten 13 Kilometer schaffen soll, rafft ihr das nicht?&#8220; Diesen Satz denke ich mir und spreche ihn nicht aus, ich antworte &#8222;ja ich wei\u00df, vielen Dank, Tsch\u00fc\u00df&#8220; und laufe weiter. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0033.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-186\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0033.jpg 800w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0033-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0033-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Es kommt der lange Tunnel. Die Rampe endet. Nach dem langen Tunnel geht es leicht bergab. Ich f\u00fchle mich pl\u00f6tzlich leicht und beschwingt, erh\u00f6he das Tempo und fliege erheblich schneller als 5:30 \/ Kilometer nur so dahin. Mein Blick auf die Uhr verr\u00e4t, dass das eine richtig gute Zeit werden kann, das befl\u00fcgelt mich noch mehr. Einige L\u00e4ufer \u00fcberhole ich und fliege nur so an ihnen vorbei. So schnell und unerwartet wie das &#8222;Hoch&#8220; kommt, so schnell und unerwartet verschwindet es auch wieder: Bei etwas nach Kilometer 90 kommt pl\u00f6tzlich ein ganz starker Gegenwind gesch\u00e4tzt in der vom Wetterbericht gemeldeten Geschwindigkeit von 35 km\/h. Meine Leichtigkeit, ist weg, die Schwere da, nichts geht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Los k\u00e4mpf&#8220;. Jeden Fu\u00df setze ich vor den anderen, Schritt f\u00fcr Schritt reduziert sich die noch vor mir liegende Distanz. Es geht durch eine Art Canyon: rechts und links des Weges gehen steile Felsen nach oben, optisch wundersch\u00f6n, windtechnisch katastrophal. Bei Kilometer 93 kommt die letzte Getr\u00e4nkestation. An ein Handy sind Boxen angeschlossen. Es l\u00e4uft &#8222;Break on through to the other Side&#8220; von den Doors. Passt irgendwie zu meinem Zustand., er hat etwas von der von Jim Morrison besungenen &#8222;other Side&#8220;. Flasche wechseln, Wasser trinken, 2 Becher Elektrolyt und weiter. Es geht durch einen Vorort von Wuppertal. Halbstarke gehen breitschultrig den Weg entlang, jeder h\u00f6rt &#8222;Gangsterrap&#8220;  in gro\u00dfer Lautst\u00e4rke, man macht mir keinen Platz, also laufe ich um sie herum. In dieser Beton\u00f6de haben die aber auch keine andere M\u00f6glichkeit sich zu entfalten. Ich freue mich wie privilegiert ich auf dem Land leben darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt gibt es einen kleinen Anstieg und dann die letzten Kilometer \u00fcber den D\u00e4chern von Wuppertal. Es kommen verschiedene verlassene Bahnh\u00f6fe. Wenn ich Gehpausen einlege h\u00f6rt der Wind auf. Laufe ich los bl\u00e4st er um so st\u00e4rker. &#8222;Dieser Verda&#8230;te Ar&#8230;l&#8230; Dr&#8230;.s&#8230;Gegenwind&#8220; denke ich mir. &#8222;Los lauf&#8220;, einige Schritte laufen, gehen. &#8222;Los weiter&#8220;, also weiter, gehen. Jetzt kommt der letzte Tunnel. Noch 700 Meter. Ich kann nicht mehr. Aber es ist gegen meine Ehre gehend ins Ziel zu gelangen, das gibt es nicht, ich muss laufen, egal wie. Also laufe ich. Irgendwie. Mein Anblick wird wohl furchtbar sein, mein Gesicht von der Anstrengung gezeichnet, egal, weiter. Die Mutter und Tochter stehen 200 Meter vor dem Ziel und applaudieren. Ich f\u00fchle mich wie der Hase bei Hase und Igel. Ich laufe und laufe und der Igel ist immer schon da. (In meinem Fall diese Mutter mit ihrer Tochter&#8230;)<\/p>\n\n\n\n<p>Ich laufe weiter, k\u00e4mpfe mich \u00fcber die Ziellinie beuge mich stark nach vorne und verschnaufe. Simone nimmt mich in den Arm, begl\u00fcckw\u00fcnscht mich und schie\u00dft die &#8222;Hinterherbilder&#8220;. Ich hole mir ein alkoholfreies Bier und will mich hinsetzen. Bei der Abw\u00e4rtsbewegung des Hinsetzens machen die Beine zu und ich falle auf die Bank und stehe erst mal nicht mehr auf. Auch wenn ich nach dem Lauf tagelang starke schmerzende Beine habe bin ich doch \u00fcberrascht, wie schnell sich mein K\u00f6rper von dieser Belastung erholt. Von Ultralauf zu Ultralauf scheint mein K\u00f6rper besser mit dieser Belastung umgehen k\u00f6nnen. Das gibt Hoffnung in Bezug auf k\u00fcnftige Ultra &#8211; Wettk\u00e4mpfe.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0036.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-185\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0036.jpg 800w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0036-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSCN0036-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit 9:42:02 bin ich von 144 gestarteten M\u00e4nnern 17. geworden und Altersklassen F\u00fcnfter. Mit meiner Zeit bin ich absolut zufrieden. Auch bin ich recht konstant gelaufen, nur hat mich der Wind auf den letzten 10 Kilometern gerockt.<\/p>\n\n\n\n<p> Der WHEW ist ein fantastischer Lauf in einer tollen Umgebung. Guido und alle Helfer machen mit ihrem Engagement und ihrem Enthusiasmus aus diesem ein tolles Event. Jetzt kann die Vorbereitung f\u00fcr den Mauerweglauf in Berlin losgehen. Im Juni werde ich weniger arbeiten, im Juli habe ich 3 Wochen frei, kann also unbeschwert trainieren. Jetzt freue ich mich auf den Mauerweglauf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mental ist der bevorstehende WEHW 100 \u2013 Kilometerlauf Nebensache. 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