{"id":335,"date":"2020-08-08T12:15:48","date_gmt":"2020-08-08T12:15:48","guid":{"rendered":"https:\/\/corneliusrennt.de\/?p=335"},"modified":"2020-09-23T07:50:34","modified_gmt":"2020-09-23T07:50:34","slug":"grenze-sommeralmmarathon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/corneliusrennt.de\/?p=335","title":{"rendered":"Grenze &#8211; Sommeralmmarathon"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich blicke den Berg hoch, sehe der Stra\u00dfe nach, wie sie sich gef\u00fchlt steil bis in den Himmel nach oben schl\u00e4ngelt und mir stockt der Atem ob des Anblicks&#8230;..<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Die ersten 26 Kilometer solltest du Kr\u00e4fte sparen, weil es dann hier hoch geht&#8220; sagt Udo.  Kraxie hat schon die Pfeile f\u00fcr die L\u00e4ufer auf die Stra\u00dfe gespr\u00fcht, alle 30 Meter einen Pfeil. Wir fahren den Berg hoch. &#8222;Und so geht es jetzt in etwa bis zum Ziel&#8220; Irgendwann wird die Stra\u00dfe etwas flacher. &#8222;Hier kann man jetzt ausruhen&#8220;. &#8222;Udo, das ist eine Verarschung aber keine M\u00f6glichkeit zum Ausruhen&#8220; antworte ich. &#8222;Jetzt m\u00fcssen die L\u00e4ufer durch diesen Hof hindurch, ich hatte aber nicht gedacht, dass dieser Weg so lange ist, das habe ich nicht mehr in Erinnerung&#8220;, meint Udo nachdenklich. Innerlich werde ich immer kleiner, wo eben noch Cornelius war, sitzt nun ein kleiner Junge, arm, einsam, allein und weit weg von zu Hause. Das &#8222;das wird schon irgendwie klappen&#8220; Beschwichtigungsgerede hilft nun nicht mehr. ..<\/p>\n\n\n\n<p> &#8222;Jetzt geht es hier rechts den Wald hoch, das ist f\u00fcr einige Hundert Meter recht unangenehm, steil und trailig, und dann geht es weiter bergauf bis zum Ziel, das ist ganz da oben&#8220; sagt Udo und zeigt in die Wolken. Gesch\u00e4tzt sind wir jetzt bei Kilometer 36.  Ich f\u00fchle mich klein, einsam und weit weg von zu Hause&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einige Wochen vorher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Hallo Cornelius nat\u00fcrlich kommst du zu mir, \u00fcbernachtest bei uns und wir fahren dann zusammen. Die Unterkunft musst du \u00fcbrigens stornieren, denn du wirst bei Kraxie \u00fcbernachten&#8230;.&#8220; mailt mir Udo. Ich freue mich und maile ihm ein &#8222;sehr sehr gerne&#8220; und habe somit einen tollen Kurzurlaub vor mir Also geht es Freitag Morgen auf die Autobahn in die N\u00e4he von Augsburg zu Udo. Direkt nach der Ankunft Laufklamotten anziehen und zu einem sch\u00f6nen Wald mit vielen kleinen Seen fahren und gemeinsam mit Roxie 10 Kilometer laufen. Hinterher auf dem Balkon sitzen und Kaffee trinken, zusammen einen sch\u00f6nen Tag gemeinsam verbringen und \u00fcber Pers\u00f6nliches sprechen. Sp\u00e4ter kommt Udos Frau Ines von der Arbeit und gesellt sich zu uns. Ines ist eine ganz tolle Frau, die sehr gut zu Udo passt, zusammen sind die beiden ein tolles Paar.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag fahren wir nach dem Fr\u00fchst\u00fcck nach P\u00f6llau in die Steiermark.  Nach 6 bis 7 Stunden Fahrt kommen wir bei Kraxie und seiner Frau Barbara an.  Neben Kraxies Haus ist ein Pavillon aufgebaut, vor diesem ein gro\u00dfes Schild mit dem Schriftzug &#8222;Startunterlagen&#8220;.  Vor dem Pavillon sitzen noch andere Vereinskameraden von Udo, die ebenfalls am Lauf teilnehmen, alles sehr nette L\u00e4ufer. Insgesamt sind es neben Udo noch 9 andere Augsburger.  Kraxie alias Hannes Kranixfeld und seine Frau Babsi begr\u00fc\u00dfen uns sofort warmherzig offen und nehmen uns mit einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit bei sich auf, die ihresgleichen sucht. Vom ersten Moment an f\u00fchlt sich der Kontakt zu beiden aber auch zu deren beiden S\u00f6hnen und zur Schwester von Babsi so an, als w\u00fcrden wir uns schon ewig kennen, als w\u00e4ren wir alte Freunde. S\u00e4mtliche andere Familienmitglieder wurden f\u00fcr diesen Lauf ausquartiert bzw in Zwangsurlaub geschickt, damit m\u00f6glichst viele L\u00e4ufer f\u00fcr den Lauf im Haus beherbergt werden k\u00f6nnen. Die folgenden 2 Tage wird es uns an nichts fehlen, sie beherbergen und verw\u00f6hnen uns auf eine Weise, die es so nicht gibt. Zum Abendessen hat Babsi neben K\u00fcrbissuppe Unmengen von Spagetti mit dreierlei So\u00dfen (Hackfleisch-, K\u00e4se und eine sehr leckere K\u00fcrbisso\u00dfe) kredenzt, dazu gibt es zudem  drei Sorten Salat und wer wollte bekam hinterher Eis und die Biertrinker Bier. Nach dieser \u00fcppigen &#8222;Nudelparty&#8220; gingen alle fr\u00fch ins Bett.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Start<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als ich am n\u00e4chsten Morgen um halb sechs Uhr aufstehe, steht in der K\u00fcche bereits ein riesiger von Babsi gedeckter Fr\u00fchst\u00fcckstisch mit allerlei Leckereien bereit, die keine W\u00fcnsche offen lassen. Es gibt Br\u00f6tchen, Wurst, K\u00e4se, mehrere Sorten Marmelade, Fr\u00fchst\u00fccksei und anderes. Zum Start geht es  etwa 200 Meter \u00fcber die Nachbarswiese. Es gibt 2 Startzeiten, 7 Uhr f\u00fcr die Langsameren und f\u00fcr die Schnellen 7.30 Uhr. Da ich hinterher im Ziel genug Zeit zum Duschen und Essen haben will und die Siegerehrung bereits um 14.30 Uhr stattfindet, starte ich deshalb um 7 Uhr. Udos Hund Roxie l\u00e4uft heute ihren letzten Marathon. &#8222;Sie ist jetzt 13 Jahre alt und ich will nie erleben, dass sie bei einem Lauf umf\u00e4llt, als Rudeltier wird sie solange mitlaufen, bis sie umf\u00e4llt und ich habe Verantwortung f\u00fcr sie&#8220; sagt Udo. Roxie sieht viele Menschen in L\u00e4uferbekleidung und kapiert sofort: es geht zur Jagd, das kann gar nicht anders sein, wof\u00fcr rennt man sonst so viel und so lange. Sie spring bellend hin und her und freut sich. Ganz kurz vor dem Start ruft Udo sie zur\u00fcck, sofort kommt sie und bleibt bei ihrem Herrchen. Kraxie z\u00e4hlt von 10 im Countdown hinunter, bei &#8222;0&#8220; schie\u00dft er mit der Pistole in die Luft und es geht los. Schon morgens um diese Zeit deutet es sich an, dass es heute gut hei\u00df werden wird. Am Himmel sind keine Wolken und schon jetzt ist es recht warm. Ich trage meine hellblauen Kompressionssocken, kurze Laufshorts, mein Vereinsshirt sowie zum Schutz vor der Sonne mein Kappie. In einem G\u00fcrtel transportiere ich 5 Gels.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rennen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Start geht es gleich leicht bergauf und nach kurzer Zeit in den Wald in der N\u00e4he von Winzendorf auf einen trailigen Weg \u00fcber einen Bach auf eine Wiese wieder in den Wald und dann auf den Asphalt . Ich laufe so langsam wie m\u00f6glich und versuche Energie zu sparen. Steigungen tripple ich langsam hinauf. Innerlich bin ich hochkonzentriert und wie immer bei solchen L\u00e4ufen tief in mich versunken wie in tiefer Meditation. Udo und Roxie sind schon einige Meter hinter mir, dieses Mal l\u00e4uft jeder f\u00fcr sich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Sommeralm-4-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-401\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Sommeralm-4-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Sommeralm-4-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Sommeralm-4-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Foto ist von Dieter Schaab<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bei Kilometer 5 gibt es die erste Labstelle wie die Verpflegungsstationen in \u00d6sterreich hei\u00dfen. Weil der Schwei\u00df schon jetzt in Str\u00f6men flie\u00dft, zum Start hatten wir 26 Grad Celsius, sp\u00e4ter w\u00fcrden wir zwischenzeitlich mehr als 30 Grad  haben, trinke ich  2 Becher Wasser, bedanke mich freundlich und laufe weiter. Die n\u00e4chsten Kilometer geht es hoch und runter im Wechsel, tendenziell aber mehr nach oben und mit jedem Meter H\u00f6hengewinn wird die Aussicht sch\u00f6ner. Einerseits sieht man hinunter ins wundersch\u00f6ne P\u00f6llautal, andererseits sieht man mit dem H\u00f6hengewinn die gr\u00fcnen H\u00e4nge der gegen\u00fcberliegenden Berge, Obstb\u00e4ume und K\u00fche. Die Steigungen sind sehr beschwerlich zu laufen, das von Udo angeratene Kr\u00e4fte Sparen f\u00e4llt mir schwer. Seit dem Night52 in Bretten vor 14 Tagen habe ich einmal H\u00f6henmeter trainiert, bin die Hohe Derst, ein 3 Kilometer langer asphaltierter Waldweg mit 300 H\u00f6henmetern 3 Mal hochgelaufen und hatte so die halbe Sommeralmdistanz und -h\u00f6henmeter trainiert. 2 Tage danach ging es mir schlecht, Treppenstufen konnte ich kaum hinauf- oder hintergehen. Dieser Zustand hielt bis 2 Tage vor dem Sommeralmmarathon an. Verletzungsbedingt hatte ich den Formaufbau sehr behutsam vorangetrieben, Saisonh\u00f6hepunkt ist Ende Oktober der Dromos Athanaton, 140 Kilometer und 3000 H\u00f6henmeter, sofern die Coronaumst\u00e4nde mir erlauben, an diesem Lauf teilzunehmen. Von daher sehe ich den Sommeralmmarathon als Aufbauwettkampf. Deswegen bin ich aber alles andere als gut f\u00fcr den Sommeralmrathon mit seinen 1800 Metern Steigung und den 800 Metern downhill vorbereitet. Bereits bei Kilometer 11 fliegt Florian f\u00f6rmlich an mir vorbei begleitet vom Begleitfahrrad des F\u00fchrenden. Florian wird dieses Rennen mit einer fantastischen Zeit von 3:25:40 Stunden mit genau 4 Sekunden Vorsprung gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GOPR5720_1596363244252-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-397\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GOPR5720_1596363244252-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GOPR5720_1596363244252-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GOPR5720_1596363244252-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Foto ist von Dieter Schaab<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es geht durch einen Bauernhof wieder auf Wiesen teilweise mit Obstb\u00e4umen teils mit K\u00fchen bev\u00f6lkert. Danach geht es steil hinunter zur Bundesstra\u00dfe, diese eine Weile entlang laufen, bis man zum Gschaider Sattel kommt und dem zugeh\u00f6rigen Baumdenkmal. es ist eine mehrere Hundert Jahre alte Winterlinde, die majest\u00e4tisch \u00fcber der darunter liegenden Labstelle thront. Ich nehme 1 Gel, 1 Wasser, 1 Becher Isopl\u00f6rre, die gar nicht so s\u00fc\u00df schmeckt wie sonst &#8211; angenehm,  1 weiteren Becher Wasser in meinen Mund und einen Becher Wasser \u00fcber meinen Kopf als K\u00fchlung, dann weiter. Inzwischen bin ich bei Kilometer 17. Eine Weile geht der Weg einigerma\u00dfen eben mit einem tollen Panorama. Bald kommt aber die n\u00e4chste Steigung und bei Kilometer 23 im angenehm k\u00fchlen Wald ein schwer zu laufender Fu\u00df schredernder Bergabtrail, dazwischen leichte Gegenanstiege mit Wiesenabschnitten. Schlie\u00dflich kann ich weit unten H\u00e4user und die Sommerrodelbahn ausmachen, ab wo dann das Grauen wartet, die gro\u00dfe Steigung, die mir Udo am Tag zuvor gezeigt hatte. Ganz unten muss zuerst eine viel befahrenere Bundesstra\u00dfe \u00fcberquert werden, dann wartet bei den H\u00e4usern eine weitere Labstelle. Wieder 1 Gel, 1 Wasser, 1 Becher Iso, noch 1  Becher Wasser zum Trinken und ein weiterer \u00fcber den Kopf. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GOPR5731_1596363244252-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-396\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GOPR5731_1596363244252-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GOPR5731_1596363244252-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GOPR5731_1596363244252-1-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Foto ist von Dieter Schaab<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Berg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Mann steht mit laufendem Gartenschlauch auf seinem Grundst\u00fcck und bietet jedem L\u00e4ufer eine k\u00fchle Dusche an. Ich lehne ab, bedanke mich und mache mich an den Anstieg. Ich verfalle in den Trippelschritt, meine Schritte werden immer kleiner und trippeliger und noch trippeliger und dann gehe ich wie alle anderen auch. Vorbei an H\u00e4usern zu Wiesen, W\u00e4ldern und einer fantastischen Aussicht. Mal ist die Stra\u00dfe steil, mal noch steiler, mal etwas flacher. Immer wieder, wenn es etwas flacher wird laufe ich einige Hundert Meter um danach wieder zu gehen, was wegen der enormen Steigung ebenso anstrengend ist. Dazwischen kommt eine Labstelle. Mein Bauch f\u00fchlt sich komisch an, also kein Gel, nur trinken, den Kopf abk\u00fchlen und weiter. Mit dem Gehen habe ich mich abgefunden, selbst das ist enorm anstrengend, auch hier muss ich mir jeden Schritt erk\u00e4mpfen. Ein P\u00e4rchen geht etwas langsamer, ich bin etwas schneller komme ihm immer n\u00e4her. Ein kleines St\u00fcckchen gehen wir zusammen. &#8222;Ist das nicht ganz fantastisch?&#8220; fragt sie mich. &#8222;Ja&#8220; antworte ich, &#8222;aber wahnsinnig anstrengend. Die Aussicht ist jedoch fantastisch&#8220;, dann gehe ich schneller weiter, laufe wieder einige Hundert Meter. In Salleg kommt eine weitere Labstelle, der Anstieg geht weiter. Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit es vorerst geschafft, 600 H\u00f6henmeter am St\u00fcck sind absolviert. Irgendwo hier steht pl\u00f6tzlich am Wegesrand ein von Kraxies Helfern befestigtes Schild auf dem &#8222;Die vor dir sehen genauso Schei\u00dfe aus&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die n\u00e4chsten 3 Kilometer kann ich meine geschrederten Beine und F\u00fc\u00dfe zum Laufen animieren, weil es nicht mehr bergauf geht. Almwiesen und Waldabschnitte wechseln sich ab. Ich laufe was das Zeug h\u00e4lt, meine Uhr zeigt 5 Minuten pro Kilometer an. In meinem Inneren t\u00f6nt eine Sportmoderatorenstimme wie sie bei Sport\u00fcbertragungen oft zu h\u00f6ren sind: &#8222;und l\u00e4uft mit kr\u00e4ftigen Schritten, pumpt mit jedem Atemzug viel Sauerstoff ins Blut, was vom Herzen in die Beine transportiert wird, wodurch er nur so \u00fcber den Asphalt fliegt&#8220;. Ich muss schmunzeln, den schr\u00e4gen Humor meines Unterbewusstseins bin ich ja inzwischen gewohnt. Ich lausche den Kommentaren und laufe was das Zeug h\u00e4lt. Obwohl ich am absoluten Limit bin, mir in der Hitze jeden Schritt erk\u00e4mpfen muss,, meine Beine schmerzen, genie\u00dfe ich diesen Lauf, diese Situation hier und jetzt,bin im Reinen mit mir. Ich genie\u00dfe, was ich tue, f\u00fchle mich geehrt und privilegiert, an einem solchen Lauf teilnehmen zu k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich gibt es trotz allem Sch\u00f6nen Momente, in denen ich mich kurzzeitig ob der ungeheuren Anstrengung \u00fcber den Ar&#8230;l&#8230;dr&#8230;s&#8230;berg aufrege, aber das sind nur kurze Momente.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Sommeralm-9-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-402\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Sommeralm-9-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Sommeralm-9-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Sommeralm-9-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Foto ist von Dieter Schaab<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine weitere Labstelle, mein \u00fcblicher automatisierter Boxenstop diesmal mit Gel und dann geht es von der Stra\u00dfe weg in den Wald. Ich bin bei Kilometer 37 und habe jetzt noch 350 weitere H\u00f6henmeter vor mir. Im Wald wird es steil und trailig, selbst das Gehen ist schwer. Dann nach einigen Hundert Metern aus dem Wald heraus auf eine Wiese zur letzten Labstelle vor dem Ziel mit meinem \u00fcblichen Boxenstop nur ohne Gel. Nun folgt eine frequentierte Bergstra\u00dfe. Ganz links gehe ich so schnell es geht hinauf, zugleich kommen etliche Touristen- und Ausflugsautos herunter. Diese m\u00fcssen anhalten, da sie wegen dem bergauffahrenden Verkehr nicht auf die andere Fahrbahn wechseln k\u00f6nnen. Wir alle behindern uns gegenseitig gleicherma\u00dfen. Es ist anstrengend, ich muss mich enorm konzentrieren, f\u00fchle mich aber sicher. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Finish<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt komme ich aus dem Wald heraus auf ein unbeschreibliches Panorama. Hinter Wiesen, T\u00e4lern sieht man ein Panorama, das seinesgleichen sucht. Aber viel wichtiger: Man sieht das etwa 2 Kilometer entfernte Ziel und h\u00f6rt den Sprecher, der die eintrudelnden L\u00e4ufer ank\u00fcndigt. Auch gibt es so gut wie keine Steigung mehr, also lege ich einen Zahn zu und laufe so schnell wie ich nur kann. Jeder Schritt schmerzt, Beine schwer. Die Knie f\u00fchlen sich so an, als w\u00fcrden sie bald zu machen. Ich bin komplett durchn\u00e4sst, dennoch genie\u00dfe ich jeden Schritt, den Kampf, bin eins mit dem was ich mache. Das Ziel r\u00fcckt immer n\u00e4her, ein Sprecher k\u00fcndigt mich den auf der Terrasse der Bergh\u00fctte Sitzenden an. ich blicke mich um und wechsle auf die andere Stra\u00dfenseite, biege ab und laufe nach 5:05:43 als 53. L\u00e4ufer ins Ziel. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Zieleinlauf-3-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-409\" srcset=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Zieleinlauf-3-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Zieleinlauf-3-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/corneliusrennt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Zieleinlauf-3-1-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Foto ist von Hannes Kranixfeld<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Florian, der das Rennen gewann, wird von mir die gesamte \u00fcbrige Zeit nicht mehr mit seinem Namen angesprochen, sondern ich nenne ihn jedes Mal &#8222;Champion&#8220; und jedesmal strahlt er mich mit seiner bescheiden &#8211; sympathischen Art an. Sybille wurde 2. Frau, Barbara 4 und Andrea 7. Frau. Udo ben\u00f6tigte 5:32 Stunden bei Roxies Abschiedslauf. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Danach<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Lauf ist hier noch nicht vorbei. Ein Transporter f\u00e4hrt uns L\u00e4ufer zu einem Hotel, wo wir am Vortag unsere Autos abgestellt hatten. Im Hotel duschen wir im Wellnessbereich und bekommen ein im Preis inbegriffenes Buffet. Danach werden auf einer Freilichtb\u00fchne alle Finnisher geehrt. Hinterher werden Preise per Tombola \u00fcber die Startnummern verlost. Abends gehen wir in eine \u00f6sterreichische Stube wo die gesamte Familie Kranixfeld zu einer Brotzeit eingeladen wird. Mit Wein, K\u00e4se, Schinken und selbstgebackenem Bauernbrot klingt der Abend aus. Am n\u00e4chsten Morgen wieder das riesige Fr\u00fchst\u00fcck mit allem drum und dran bevor es heimw\u00e4rts geht. Gl\u00fccklich und angef\u00fcllt fahre ich nach Hause. Kraxie hatte im Vorfeld angek\u00fcndigt, diesen Wettkampf nicht mehr durchzuf\u00fchren. Jedoch wurde er bei der Finisherehrung mit donnerndem Applaus motiviert bzw unter Druck gesetzt, ihn im n\u00e4chsten Jahr doch wieder durchzuf\u00fchren. Kraxie lie\u00df es sich offen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sommeralmmarahton ist ein Laufwettbewerb, der seinesgleichen sucht. Alles aber wirklich alles war in jeglicher Hinsicht perfekt organisiert und fantastisch. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich war der Sommeralmmarathon einiges: Ein sch\u00f6ner und abwechslungsreicher Kurzurlaub, eine Begegnung mit tollen Menschen bzw anderen Laufbekloppten, wobei Eckard, ein anderer Ultral\u00e4ufer dazu sagte &#8222;Nein, WIR sind die Normalen&#8230;.&#8220;. Vor allem war dieser Lauf f\u00fcr mich eines: eine Grenzerfahrung: Mir wurde klar eine Grenze aufgezeigt, auf die ich gesto\u00dfen bin. Um diese zu verschieben oder \u00fcberschreiten, um meine k\u00fcnftigen l\u00e4uferischen Ziele und Tr\u00e4ume zu verwirklichen, muss und will ich das, will und darf ich genau das trainieren: H\u00f6henmeter.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich blicke den Berg hoch, sehe der Stra\u00dfe nach, wie sie sich gef\u00fchlt steil bis in den Himmel nach oben schl\u00e4ngelt und mir stockt der Atem ob des Anblicks&#8230;.. &#8222;Die ersten 26 Kilometer solltest du Kr\u00e4fte sparen, weil es dann &hellip; <a href=\"https:\/\/corneliusrennt.de\/?p=335\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/corneliusrennt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/335"}],"collection":[{"href":"https:\/\/corneliusrennt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/corneliusrennt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/corneliusrennt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/corneliusrennt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=335"}],"version-history":[{"count":53,"href":"https:\/\/corneliusrennt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/335\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":431,"href":"https:\/\/corneliusrennt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/335\/revisions\/431"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/corneliusrennt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/corneliusrennt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/corneliusrennt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}